Naturspiritualität und Tierrechtsaktivismus
Glaube, Wissen, und ökologisches Engagement in vergleichender Perspektive
Dieses Projekt untersucht die Beziehung zwischen Spiritualität, Aktivismus und ökologischem Engagement anhand einer vergleichenden qualitativen Studie zweier unterschiedlicher, aber thematisch verbundener Gruppen: Personen, die sich mit naturorientierter Spiritualität identifizieren, und Mitglieder von Tierrechts- und Veganismus- Aktivistenorganisationen.
In der Religionswissenschaft haben frühere Forschungen das Potenzial spiritueller Weltanschauungen für die Förderung von Nachhaltigkeit, ökologischem Bewusstsein und Sorge um nichtmenschliches Leben hervorgehoben (z. B. Bron Taylor). Gleichzeitig bleibt das öffentliche Engagement religiöser und spiritueller Gruppen oft implizit, geprägt von Konfliktvermeidung und ambivalenter Positionierung innerhalb des öffentlichen Diskurses (z. B. Jens Köhrsen). Um dieser Spannung Rechnung zu tragen, untersucht der erste Teil des Projekts, wie Menschen im natur-spirituellen Milieu ökologische Werte, Tierethik und Umweltpraktiken artikulieren und ob diese auf spirituellen Überzeugungen beruhen oder von anderen Wissenssystemen geprägt sind.


Der zweite Teil konzentriert sich auf Tierrechts- und Veganismus-Aktivist*innen, deren Engagement sich direkt mit Landwirtschaft, Fleisch- und Milchproduktion und deren Auswirkungen auf die Umwelt befasst. Anhand von Interviews mit Aktivist*innen und Vertreter*innen von Organisationen untersucht das Projekt deren Verständnis von Klimawandel, Ökologie und Tierrechten sowie deren Wissensquellen, Formen des Aktivismus und Strategien der Öffentlichkeitsarbeit.
Durch den Vergleich dieser beiden Gruppen analysiert die Studie Ähnlichkeiten und Unterschiede in Bezug auf ethische Motivation, Wissensproduktion und aktivistische Praxis und leistet damit einen Beitrag zu einer breiteren Debatte über die Rolle von Spiritualität, säkularem Aktivismus und moralischen Rahmenbedingungen im zeitgenössischen ökologischen Engagement.
