EcoArtLab – Relational Encounters between the Arts and Climate Research
Prof. Dr. Yvonne Schmidt, Johanna Paschen, Riikka Tauriainen, Thubten Jonas Shontshang, Mirko Winkel and Prof. Dr. Susan Thieme
Das EcoArtLab ist ein transdisziplinärer Denk- und Aktionspool an der Hochschule der Künste Bern – HKB der Berner Fachhochschule, der in Zusammenarbeit mit dem mLAB am geographischen Institut der Universität Bern Kooperationen zwischen Designer*innen, künstlerisch-wissenschaftlichen Forscher*innen, Wissenschaftler*innen und der Öffentlichkeit im Bereich der Klimakrise und der ökologischen Nachhaltigkeit initiiert. Wir widmen uns Fragen der ökologischen und sozialen Gerechtigkeit sowie transdisziplinären Ansätzen des Wissens, die verschiedene Perspektiven integrieren.
Wir sind davon überzeugt, dass es zur Bewältigung komplexer Probleme wie der Klimakrise notwendig ist, neue institutionelle Rahmenbedingungen, Methoden und Praktiken sowie Vermittlungsformate zu entwickeln, an denen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und die Öffentlichkeit beteiligt sind. Unser Ziel ist es, Räume für Transformation zu schaffen und die Kluft zwischen Wissen und Handeln zu überbrücken. Daher konzipieren und organisieren wir verschiedene Interventionen wie Residenzen, Lehrveranstaltungen und Workshops und führen zudem ein vom SNF gefördertes Forschungsprojekt (2023–2027) durch.
Methods and Practices of Knowledge Co-Creation in Transdisciplinary Collaborations
Die von Johanna Paschen im Rahmen dieses Teilprojekts durchgeführte Forschung erörtert und unterstreicht die Bedeutung einer gerechten, kollaborativen Wissens-Ko-Kreation im Hinblick auf kritische Klima- und ökologische Gerechtigkeit. Ziel der Forschung ist es zu untersuchen, wie verschiedene Akteure zusammenarbeiten und wie ihre Zusammenarbeit von Rahmenbedingungen beeinflusst wird, um marginalisiertes Wissen zu reduzieren und epistemische Gerechtigkeit zu gewährleisten. Der Fokus liegt auf Künstler*innen, künstlerisch-wissenschaftlichen Forscher*innen, Wissenschaftler*innen im Bereich Klima und Ökologie, gesellschaftlichen Akteur*innen sowie nicht-menschlichen Lebewesen. Das bedeutet, dass das Wissen und die Erfahrungen aller Akteur*innen gleichermaßen vertreten sind und die Wissensproduktion auf Augenhöhe stattfindet. Dabei wird die Kunst mit ihrem Potenzial für Reflexivität und kritische Analyse hervorgehoben und nicht durch die bloße Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse in transdisziplinären Kooperationen zur gemeinsamen Wissensschaffung ersetzt.
Die Klimakrise verschärft Debatten über die für ökologische und soziale Nachhaltigkeit notwendigen Transformationen, wobei der Schwerpunkt auf Klimagerechtigkeit liegt. Forscher*innen wenden künstlerische Methoden an, Künstler*innen engagieren sich im Klimaaktivismus und Aktivist*innen greifen auf akademische Konzepte zurück. Die Auswirkungen dieser Konvergenzen sind jedoch noch unzureichend verstanden. Daher befasst sich die Forschung auch damit, wie Künstler*innen, Aktivist*innen und Forscher*innen durch unterschiedliche Praktiken zusammenarbeiten, um Utopien zu schaffen.
Mehr Informationen auf der Projekt-Website.

